Schriftzug FAQ – Kosten der Paartherapie in der Schweiz und Krankenkasse

Was kostet Paartherapie in der Schweiz – und zahlt die Krankenkasse?

Wenn es in der Beziehung schwierig wird, stellen sich viele Paare zuerst eine ganz praktische Frage: Was kostet eine Paartherapie – und übernimmt die Krankenkasse einen Teil davon? Die ehrliche Antwort ist etwas komplizierter, als man denkt. Denn in der Schweiz hängt es davon ab, ob es sich um Paarberatung oder um Psychotherapie handelt, wer die Therapie durchführt und ob eine psychische Erkrankung vorliegt.

In diesem Artikel erfahren Sie, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, wann die Krankenkasse zahlt und wann nicht, und wie Sie die Kosten im Rahmen halten können.

Was kostet eine Paartherapie in der Schweiz?

Eine Sitzung dauert in der Regel 60 Minuten, manchmal auch 90 Minuten. Die Preise sind nicht einheitlich geregelt, weil Paarberatungen meist privat bezahlt werden und jede Praxis ihre Preise selbst festlegt.

Einen Anhaltspunkt bietet der Tarif, der für psychologische Psychotherapie über die Grundversicherung gilt: Er liegt bei CHF 2.58 pro Minute, also rund CHF 155 pro Stunde. Praxen, deren Leistungen nicht über die Krankenkasse abgerechnet werden, sind an diesen Tarif nicht gebunden und können höhere oder tiefere Preise verlangen.

In meiner Praxis kostet eine Paartherapie CHF 180 pro Sitzung (60 Minuten), in der Praxis in Safenwil oder online per Videocall. Darin sind 30 Minuten Vor- und Nachbereitung bereits enthalten. Alle Preise finden Sie transparent auf der Seite Kosten der Paartherapie.

Wie viele Sitzungen braucht eine Paartherapie?

Das hängt stark von Ihrem Thema ab. Ein festgefahrener Streit über die Aufgabenteilung braucht oft weniger Zeit als die Aufarbeitung einer Affäre oder einer langen Phase der Entfremdung. Wichtiger als eine feste Zahl ist, dass Sie nach jeder Sitzung spüren, dass sich etwas bewegt.

Bei mir gibt es keine Mindestverpflichtung. Nach der ersten Sitzung erhalten Sie meine Einschätzung Ihrer Situation per E-Mail. So können Sie gemeinsam entscheiden, ob und wie Sie weitermachen möchten.

Wie die erste Sitzung und die weiteren Termine konkret ablaufen, lesen Sie im Beitrag Wie läuft eine Paartherapie ab?

Zahlt die Krankenkasse die Paartherapie?

In den meisten Fällen nein. Ob sich die Krankenkasse beteiligt, hängt von drei Fragen ab:

1. Handelt es sich um Psychotherapie oder um Paarberatung?

Die Grundversicherung zahlt nur Psychotherapie zur Behandlung einer psychischen Erkrankung. Eine Beziehungskrise allein ist keine Krankheit. Paarberatung, bei der es um Kommunikation, Konflikte oder Nähe in der Partnerschaft geht, müssen Sie deshalb in der Regel selbst bezahlen – auch Zusatzversicherungen übernehmen sie meist nicht.

2. Liegt eine ärztliche Anordnung vor?

Seit Juli 2022 gilt in der Schweiz das sogenannte Anordnungsmodell: Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können über die Grundversicherung abrechnen, wenn eine Ärztin oder ein Arzt die Therapie anordnet. Die Grundversicherung übernimmt dann eine begrenzte Anzahl Sitzungen; für weitere Sitzungen braucht es eine Kostengutsprache. Franchise und Selbstbehalt bezahlen Sie wie bei jeder anderen Behandlung selbst.

3. Ist die Fachperson von der Krankenkasse anerkannt?

Ist die Therapeutin oder der Therapeut nicht für die Grundversicherung zugelassen, beteiligt sich unter Umständen eine Zusatzversicherung an den Kosten – aber nur, wenn Ihre Versicherung die Fachperson anerkennt. Fragen Sie deshalb unbedingt vor der ersten Sitzung bei Ihrer Krankenkasse nach.

Für meine Praxis gilt: Paarberatungen, psychologische Beratungen und Supervision können nicht über die Krankenkasse abgerechnet werden. Sie bezahlen die Sitzungen direkt, bar oder mit TWINT.

Paarberatung oder Psychotherapie – was ist der Unterschied?

Im Alltag werden beide Begriffe oft gleich verwendet. Für die Krankenkasse ist der Unterschied aber wichtig: Psychotherapie behandelt eine psychische Erkrankung, etwa eine Depression oder eine Angststörung. Paarberatung richtet sich an Paare, die ihre Beziehung verbessern möchten – zum Beispiel, weil sie immer wieder in dieselben Konflikte geraten, sich auseinandergelebt haben oder nach einer Affäre wieder Vertrauen aufbauen wollen.

Leidet einer von Ihnen zusätzlich an einer psychischen Erkrankung, kann es sinnvoll sein, diese parallel bei einer ärztlich angeordneten Psychotherapie behandeln zu lassen. Die Arbeit an der Beziehung findet dann in der Paarberatung statt.

Hat Selbstzahlen auch Vorteile?

Ja. Wer die Paarberatung selbst bezahlt, braucht keine Diagnose und keine ärztliche Anordnung. Sie können sofort beginnen, ohne Wartezeit auf einen Arzttermin, und bei Ihrer Krankenkasse wird nichts über Ihre Beziehungsprobleme gemeldet. Viele Paare schätzen genau diese Diskretion.

Und nicht zuletzt: Eine Trennung ist in jeder Hinsicht teurer – finanziell, aber vor allem emotional, besonders wenn Kinder betroffen sind. Eine Paartherapie ist deshalb weniger eine Ausgabe als eine Investition in Ihre gemeinsame Zukunft.

So halten Sie die Kosten im Rahmen

  • Online statt vor Ort: Mit einer Online-Paartherapie per Videocall sparen Sie Anfahrt und Zeit – der Preis pro Sitzung ist derselbe.
  • Gut vorbereitet kommen: Notieren Sie vor jeder Sitzung, was seit dem letzten Mal passiert ist und worüber Sie sprechen möchten. So nutzen Sie die Zeit optimal.
  • Übungen zwischen den Sitzungen: Was Sie zu Hause umsetzen, wirkt oft stärker als die Sitzung selbst. Für den Einstieg eignen sich meine kostenlosen Sofort-Übungen für Paare oder mein Buch «Bevor ihr alles hinwerft».
  • Früh beginnen: Je länger sich Konflikte festsetzen, desto mehr Zeit braucht es, um sie zu lösen. Wer früh kommt, braucht meist weniger Sitzungen.

Häufige Fragen zu den Kosten

Brauche ich eine Überweisung vom Arzt?

Für eine Paarberatung, die Sie selbst bezahlen, nicht. Eine ärztliche Anordnung braucht es nur, wenn eine Psychotherapie über die Grundversicherung abgerechnet werden soll.

Muss mein Partner zur ersten Sitzung mitkommen?

Idealerweise ja. Wenn Ihr Partner oder Ihre Partnerin noch nicht bereit ist, können Sie aber auch mit einer psychologischen Beratung allein beginnen.

Gibt es eine Mindestanzahl Sitzungen?

Nein. Sie entscheiden nach jeder Sitzung, ob und wie es weitergeht.

Ihr nächster Schritt

Wenn Sie spüren, dass Ihre Beziehung Unterstützung braucht, warten Sie nicht zu lange. In meiner Praxis für Paartherapie in Safenwil (Aargau) begleite ich Paare aus Aarau, Zofingen, Olten, Lenzburg und der ganzen Region – oder online in der ganzen Schweiz. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin.

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